Island – zuviel Land, zuwenig Zeit


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Die letzten 3 Tage unserer Rundreise sind wieder unfassbar schnell vergangen – morgen geht es wieder zurück. Wobei, so schnell war es gar nicht, es passiert einfach auf dem Weg von einer zur nächsten Unterkunft zuviel. Ich werde daheim wohl erstmal ein paar Tage brauchen, um zu realisieren, WO wir überall waren.
Unsere Route brachte uns zum Goðafoss, Wasserfall der Götter. Ein toller Platz und genau einer macht es richtig: er setzt sich auf einen Stein vor dem Wasserfall und malt diesen.
Ich mache meine Bilder, damit ich halbwegs glücklich bin, habe aber heute schon ein, zwei tolle Bilder geschossen. NICHT vom Wasserfall. Auch in Akurery legen wir einen kurzen Halt ein und wundere mich mal wieder über die isländischen Kinder. Springen die doch frech in bei 12 Grad in kompletter Montur ins Meer um einen Fussball rauszufischen, während ein anderer in T-Shirt und Badehose danebensteht und zuschaut. Naja, der Kalender sagt ja auch immerhin, es wäre Sommer.

Wieder auf einem Offroad-Track unterwegs gönnten wir uns nach ewiger Rumpelei ein kleines Bad in einem Natur HotPot. Im Schutz einer kleinen Hütte zogen wir uns die Badesachen an. Kaum die Ecke herum, erinnerte uns aber der heftige Wind, Mütze und Stirnband nicht zu vergessen. Damit gerüstet hält man es doch ziemlich lange in so einer heissen Quelle aus…
Am Ende der Route erwartete uns dann noch Gullfoss und der Geysir, die selbst bei so lausigem Wetter dermaßen besucht waren, dass wir es nicht länger als ein paar Minuten dort aushielten. Vielleicht lag es auch ein bisschen daran, dass der feine, typisch isländische Sprenkelregen uns nach ein paar Minuten komplett durchnässt hatte.

Im nächsten Guesthouse angekommen freuen wir uns wie kleine Kinder über ein eigenes Waschbecken im Zimmer und eine gut funktionierende Heizung, sodass wir alle Sachen trocknen können. Beim durchfahren des Ortes ist mir schon aufgefallen, dass es überall qualmt und raucht und es dort eine Menge Blumenläden bzw. Gewächshäuser gibt. Wir sind in Hveragerði angekommen. Am nächsten Morgen wissen wir auch, was es damit auf sich hat. An jeder Ecke der Stadt sind heisse Quellen, die die Bewohner für Ihre Gewächshäuser verwenden. Und sie lassen sich auch nicht zum Umziehen bringen, selbst wenn im Garten der Boden aufbricht und die nächste Quelle zutage tritt.
Kopfschüttelnd gehen wir in ein Tal hinein, damit wir eine gute halbe Stunde später wieder staunend an einem wunderbaren Wasserfall stehen. Und noch ein paar Meter weiter, noch mehr heisse Quellen, Löcher mit kochendem Schlamm darin, Steinhaufen, die einfach dampfen… Man mag es einfach nicht begreifen.
In Reykjavic angekommen, tue ich mir schon viel leichter – das ist eine Stadt, hier war ich schonmal und ich mag sie. Trotz der 120.000 Einwohner ist sie ziemlich überschaubar. Und man hat gar nicht das Gefühl, in einer Hauptstadt zu stehen. Man hat noch nicht mal das Gefühl einer Stadt. Es ist eher wie ein beschauliches, zu groß geratenes Dorf in dem es alles gibt. Sogar ein Penis-Museum ;) Nachdem ich diesmal unbedingt dort rein wollte (im Winter hatte ich es nicht geschafft) half mir diesmal der Zufall. Eigentlich wollten wir dort nur parken, weil das Zentrum nicht mehr weit weg war. Als wir dann ausstiegen, stellten wir fest, das wir direkt dafür geparkt hatten – ein Zeichen.
Ob man es gesehen haben muss? Eigentlich nein, irgendwie doch. Und so konnten wir uns langsam wieder an die bevorstehenden Menschenmengen am Flughafen und daheim vorbereiten.

Ein Fazit? Jederzeit und immer wieder! Ich (oder auch wir) werden wiederkommen!

Ein Fotofazit? Island ist geil. Island ist so atemberaubend, so faszinierend, so gewaltig, und so unglaublich, dass man gar nicht umhin kommt, die großen Dinge zu fotografieren. Sie schlagen dir wie eine Faust ins Gesicht und sagen: Hier bin ich, fotografier‘ mich.
Leider ist man nach dem Schlag so betäubt, dass man die ganzen kleinen Details vergisst. So ging mir es… Das nächste Mal werde ich mich sicherlich mehr um die kleinen, nicht minder interessanten Dinge und Augenblicke kümmern. Und was die Landschaftsfotos betrifft: ja, sie sind ganz ok. Aber wenn ich wirklich, wirklich zum fotografieren dorthin möchte, muss ich das alleine machen, mit viel, viel mehr Zeit und Ruhe im Gepäck. So erzeuge ich nur irgendein Abbild, wie es schon Zigtausende von Island gibt.

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