Island – Ankommen


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Wenn ich schon auf keine ordentlichen Bilder komme, dann versuche ich heute Nacht die Kamera das mal alleine machen zu lassen – und stelle sie draußen auf um Polarlichter einzufangen. Das hat im Winter ja schon nicht funktioniert. Als ich dann aber morgens die Bilder duchklicke war ich begeistert – und auch enttäuscht. Es war eine sensationelle Polarlichtnacht obwohl es Nachts noch nicht richtig dunkel wird. Und ich war zu fertig um aufzustehen und rauszuschauen. Gerade bin ich echt etwas zerrissen.  Der Wecker wird die nächsten Nächte mein Freund – allerdings immer zur falschen Zeit und ich bekomme keine Polarlichter mehr zu sehen.

Wir sind immer noch auf Dynjandi und ziehen heute mal in die andere Richtung los. Dorthin wo es morgen weitergeht. Über eine kleine Offroadstrecke mit ein paar Wasserfurten, die mir, wie einem Kleinkind das in eine Pfütze springt, Spaß machen, kommen wir zu einer Kuppe, wo wir das Auto stehen lassen. Zu Fuß geht es Richtung Gletscher, irgendwann ist aber Schluss – der Gletscherfluss lässt einen nicht weiter. Also suchen wir ein schönes Plätzchen (ok, die sind hier wirklich nicht schwer zu finden) und machen Brotzeit. Auf dem Rückweg besuchen wir noch ein Wikingerdorf und einen Leuchtturm, sind aber beide zu fertig um es wirklich genießen zu können. Wir sind heute doch gute 15 Kilometer gegangen. Zur Belohnung gibt es Abends Hummer. Hier ist Hummer sowas wie das Standardgericht. Und er schmeckt unglaublich gut. Ok, wir sind also doch im Paradies und ich bin rundum zufrieden.

Die 200 Kilometer nach Fáskrúðsfjörður sitzen wir auf einer Arschbacke ab und auch die Landschaft überwältigt nicht mehr so, da man jetzt doch schon so einiges von Island gewohnt ist. Dafür kommen wir in einem Ort an, ein dem ein Päckchen Suppe 2 Euro und ein Liter Öl 8 Euro kostet. Naja, wir können ja immer noch Blaubeeren sammeln gehen. In dem Guesthouse sind wir die einzigen und können uns dort nach Herzenslust austoben. Machen wir auch. Wir kochen uns nach dem Hummergelage in der Küche Nudeln mit Pesto. Ich habe irgendwie immer noch das Gefühl, dass es billiger gewesen wäre, wenn wir essen gegangen wären. Aber die Burgerbude am Hafen ist dort wohl die einzige Möglichkeit. Also machen wir es uns gemütlich und ich finde endlich wieder etwas Zeit zum Lesen und zum Schreiben. Ich schaue noch etwas den Schafen vor dem Fenster zu und denke mir, wie gut es ihnen hier geht. Und mir. Ich glaube, ich komme langsam an.

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