Kirgisistan – Land der Farben 2


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Ausgeschlafen und frisch gestärkt begaben wir uns heute auf einen Rundgang durch das Dorf Kizil-Oy und die Umgebung. Man muss sich vorstellen all die Farben und Formen sind in einem Umkreis von ca. 30 Geh-Minuten. So eine Vielfalt habe ich noch nicht erlebt. Und endlich wurde auch das Geheimnis gelüftet, wofür diese mit Reifen umrandeten Tonhügel sind: hier muss der Spielball bei dem Spiel Buzkashi reingeworfen / verfrachtet werfen. Der Spielball ist in diesem Fall ein kopfloses Lamm oder eine Ziege. Der Gewinner, darf den „Ball“ dann am Ende aufessen. Da die einzige Regel bei dem Spiel ist, nicht mit dem Gegner zu sprechen. Daher geht es unter anderem auch ziemlich ruppig zur Sache, und die Spieler tragen meistens eine „Schutzkleidung“. Leider konnten wir kein Spiel erleben, aber diese Hügel finden sich überall. Nach meinen Blogeinträgen werde ich übrigens noch ein Buch rausbringen: „Wie man Altreifen am besten verwerten kann“ – die Krigisen haben hier eine Kunst daraus gemacht. Ich habe Reifen dort als Brückenbelag, Brückenbaustoff, Trog, Freßnapf, Mülleimer, Streckenmarkierung, Leitplanke, Blumentopf oder Schaukel gesehen. Manchmal sogar ziemlich kunstvoll zugeschnitten und bemalt.

Nachdem wir auf einen nahegelegenen Hügel marschierten, führte uns unser Tilek noch in eine Schule. Dort waren wir dann die Pausenattraktion und machten mit den Jungs einen Klimmzug-Wettbewerb. Man, die sind ganz schön fit…

Danach hieß es mal wieder zusammenpacken und fertig machen für die Weiterreise zum Karakol-Ashuu (Ashuu heißt wohl „Ost“). Hier scheint aber fast jeder zweite Gebirgszug den Namen Karakol zu tragen. Die Landschaft ließ mich mal wieder nicht los und die Farben sprangen einen förmlich an. Und alle paar Meter etwas neues. Auch die Dörfer wurden kleiner und noch ärmlicher. Hier ist die Regel, dass das Wasser mit dem Eselskarren vom Brunnen an der Straße nach Hause gebracht wird. Das einzige, worauf das Land wert legt sind die Schulen. Meist sind das die gepflegtesten und größten Gebäude in bzw. zwischen den Orten. Und es scheint sich auch in Zahlen widerzuspiegeln, denn laut Statistik sind nur 3 % der Kirgisen Analphabeten. Zwischendurch immer wieder Reiter und ihre Herden, die beeindruckenden Friedhöfe und teilweise aufgelassene Mausoleen. Ich habe mich echt in das Land verliebt.

Nach rund 5 Stunden über teilweise haarsträubende Schotterpisten kamen wir am Pass an. Besser gesagt auf 2700 Metern Höhe, denn ein großes Schneefeld machte das weiterfahren unmöglich. Und so wurde die Straße unser Lagerplatz und wir bauten die Zelte auf. Vorsichtshalber mit einem Schutzwall aus Steinen, denn das Lager war direkt neben der Straße und Vladimir meinte, es könne jederzeit ein Kirgise mit seinem Auto angerauscht kommen und „Maybe he drink some Vodka and drives very quick“. Beruhigende Aussichten.

 

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3 comments

  1. …ganz tolle Bilder. Da würde ich mal gerne hin.

  2. Ahhhh meine Heimat :)

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