Kirgisistan – Land der Farben


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Die heutige Route verlief also vom Alabel-Pass über Susamir vorbei am Mausoleum des kirgisischen Riesen Kojomkul und ein bezauberndes Tal in den wunderbaren Ort Kizil-Oy. Auf der Fahrt dorthin hätte ich eigentlich alle 5 Minuten aus dem Auto springen können um Bilder zu machen – oder „Photo-Chhhhunting“ wie Vladimir es immer bezeichnete. Ich durfte aus Rücksicht auf die Mitreisenden dann nur alle 10 Minuten aussteigen aber das hat mir auch gereicht. Bei grauem Himmel starteten wir unsere Tour nachdem wir uns erstmal reichlich mit Chips, Twix, Snickers, Eistee und Coke für keine 10 € an der Tanke eingedeckt hatten. Kurz nachdem wir von der Passstraße abbogen gab es auch für die kommenden Tage fast nur noch Schotterpisten – dort trafen wir dann auch ein deutsches Ehepaar, das mit dem Rad unterwegs nach Asien war. Agnés und Martin wollten durch Kirgisistan nach China radeln, kamen aber dort nicht über die Grenze. Also machten Sie sich auf den Weg zurück und versuchten es dann an einer anderen Grenze (man kann wohl nicht an jeder Grenze mit einem Visum nach China einreisen). Wer sich für Ihren Weg interessiert kann sich die Berichte auf Ihrem Blog durchlesen.

Kurz nach Suusamir kamen wir dann auch noch Kojomkul, der Ort, der nach dem Riesen benannt ist. Neben einer Statue in Bischkek gibt es dort ein Mausoleum, das man besuchen kann (es gibt dort anscheinend auch ein Museum aber man weiß nie, ob es offen hat „Maybe fifty and fifty“ war wieder eine der lakonischen Antworten von Vladimir) und wenn man möchte, kann man dort an den Zaun oder ein anderes freies Flecken seine Träume in ein Taschentuch binden damit sie Wirklichkeit werden. Kojomkul lebte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und soll 2.30 Meter groß gewesen sein und um die 160 Kilo schwer. Der Legende nach trug er auf den Schulter sein verwundetes Pferd zurück zum Dorf und wurde dadurch berühmt. Die Wolken, die uns heute den Tag über begleiteten, gaben dem Ort ein wirklich mystisches Flair.

Dann tauchten wir ein in den Canyon, den der Fluß Kökömeren in die Landschaft gefräst hatte. Nach ein paar Fotostops an einer verfallenen Holzbrücke und einer kleinen Ebene mit goldenem Gras und schwarzen Bäumen erreichten wir schließlich den Ort Kizil-Oy. Genau zu diesem Zeitpunkt riss der Himmel etwas auf und die tiefstehende Sonne schenkte mir das beste Fotolicht. Zu allem Überfluß tauchten dann noch zwei spielen Jungen auf die sich bereitwillig von mir fotografieren ließen und ihrerseits wohl ihren Spaß mit mir hatten. Ich war an diesem Tag verdammt glücklich, Fotograf zu sein.

Zu dem eh schon perfekten Tag bot uns der Wirt des Guesthouses eine „russian banya“ – eine russische Sauna – an.  Aber eher aus der Not heraus. Neben dem Haupthaus hatte er ein kleines Dusch- und Toilettenhaus nach bestem westlichen Standard errichtet. Der einzige Haken bei der Geschichte war, dass das Dorf wohl noch nicht an die Kanalisation angeschlossen ist… Frisch gereinigt wurden wir dann zu Tisch gebeten (der Tisch bog sich schon unter den Leckereien wie Keksen, Gutterln, Trockenobst, Nüssen und Brot) und wir bekamen ein herrliches Abendessen. Oder sollte ich Candellight-Dinner sagen? In Kirgisien ist man nämlich immer gut beraten seine Stirnlampe griffbereit zu haben. Strom gibt es hier nicht immer und wenn doch, weiß man nie wie lange.

 

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