Kirgisistan – der zweite Anlauf am Alabel-Pass


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Diesmal wurde ich nicht von Rückenschmerzen wach sondern durch ein Klopfen an die Scheibe des Zimmers – Frühstückszeit! Was für eine Wohltat – ein ordentliches Bett und ein üppiges Früstück im sitzen. So können wir uns auf den Weg zum Toktogul-See machen.

Davor möchte ich aber auf jeden Fall noch auf ein Problem der Kirgisen eingehen – der Müll. Das betrifft natürlich nicht nur das Land hier sondern alle Erdteile, die nicht den Wohlstand genießen, wie wir es tun. Der jungen Generation ist das wohl bewusst und auch die größeren Städte haben das Problem erkannt und haben Kampagnen gegen die Vermüllung gestartet. Wenn ich allerdings durchschnittlich nur 60 € im Monat zur Verfügung habe, dann hat Müll erstmal eher eine kleinere Priorität. Die Müllabfuhr in Kirgisistan besteht darin, den Unrat hinterm Haus zu sammeln – und zwar einfach alles – und was bis dahin noch nicht vom Wind verteilt wurde, einfach anzuzünden. Fertig. Aus. Ich will das hier auch definitiv nicht verurteilen, wer aber aus so einem aufgeräumten Landstrich kommt wie ich, für den ist das in jedem Fall erschreckend. Und ich bin mir fast sicher, gäbe es hier nicht die fleißigen Menschen in orange, sähe es bei uns auch so aus (und zwar nicht nur hinterm Haus sondern auch in der Landschaft). Nichtsdestotrotz hat mich das Land in seinen Bann gezogen.

Heute machten wir uns deswegen Richtung Toktogul-See auf bzw. umfuhren ihn. Der Toktogul ist ein riesiger Stausee den die Kirgisen nutzen um damit Strom zu erzeugen. Nun, das ist gut für Kirgistan. Weniger dafür für die Usbeken, die das Wasser des Narin bräuchten (der zu eben diesem Stausee aufgehalten wird) um ihre Felder zu bewässern. Nun ist es so, dass die Kirgisen im Winter Strom für ihre Heizungen brauchen und ihn deswegen im Sommer über aufstauen. Und die Usbeken bekommen deswegen kein Wasser. Usbekistan stellt im Gegenzug seine Gaslieferungen ein, von denen die Kirgisen abhängig sind. Und so können diese eben nur mit Strom heizen und nicht mit Gas. Wer damit angefangen hat, konnte man mir nicht sagen, ist aber auch nebensächlich.

Am Toktogulsee gab es erstmal frischen Fisch und Sonne satt. Unterwegs kamen wir an meinem ersten kirgisischen Friedhof vorbei – beeindruckend. Noch nie habe ich so wunderbare Gräber vor so einer Kulisse gesehen. Zum Glück war das nicht der Letzte und ich konnte mich nicht daran sattsehen.

Nachdem wir uns dort aufgewärmt hatten, ging es wieder zurück zum Alabel-Pass und wir machten uns in der Nähe von unserem letzen Campingplatz erneut auf die Suche nach einem ruhigen Schlafplatz. Oder wenn er schon nicht ruhig war, dann sollten wenigstens ein paar coole Berge aussenrum sein.  Die Berge fanden wir, einen schönen Platz auch. Nur spielte das Wetter nicht mehr so ganz mit. Nachts wurde es zwar zunehmend wärmer, aber dadurch, dass es bewölkt war, hatten wir auch in der Nacht Plus-Grade und der Schnee weichte durch und wurde sulzig. Selbst in der Ebene machten wir so am nächsten Morgen mit jedem Schritt einen halben Höhenmeter. Wir zogen zu einer Erkundungstour los, da die Berge echt verlockend aussahen. Zuerst mussten wir den Fluß queren, aber da wir in der Nähe eine vertrauenserweckende Brücke fanden, war auch das Problem gleich gelöst. Nach weiteren 2 Stunden und knappen 100 Höhenmeter verließ uns der Mut. Aufgrund der Temperaturen war es einfach aussichtslos, hier eine gescheite Skitour zu machen. Also hofften wir auf den nächsten Tag und gingen zurück zum Camp. Aber auch der brachte nicht die erhoffte Kälte also machten wir uns auf zum nächsten Pass – Karakol Ashuu. Dazwischen gab es aber nochmal eine gemütliche Nacht in Kizil-Oy und ich wurde mit den Bildern belohnt, von denen ich geträumt hatte…

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