Kirgisistan – Land der Berge


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Kirgi-was? Das war immer die erste Frage, die ich hörte, als ich mich ganz kurzfristig entschlossen hatte, mit zwei Freunden nach Kirgisien zum Skitouren und Bergsteigen zu fliegen. Zum Glück braucht man kein Visum mehr, denn sonst hätte ich das nicht 1,5 Wochen vorher entscheiden können ;) Ja Kirgistan, das bergige Land zwischen Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan und China. Ich wusste selbst nicht, was mich wirklich erwarten würde, und hatte neben der Arbeit und den sonstigen Vorbereitungen keine Zeit, mich darauf vorzubereiten. Aber nachdem wir einen Dolmetscher und einen Fahrer hatten, machte ich mir auch keine allzugroßen Gedanken. Ich war nur eins: neugierig. Und im nachhinein war es wohl auch die beste Entscheidung, die ich treffen konnte dass ich dorthin fliege. Jetzt bin ich endlich wieder daheim angekommen und freue mich über die tägliche heiße Dusche und über ein ordentliches Frühstück mit Butterbrezen und gescheitem Kaffe. Nicht mehr mit klammen Händen eine lauwarme Tasse Instant-Kaffe halten müssen. Vorerst kein Powerbar-Frühstück mehr, zu dem Müsli, das mit heißem Wasser aufgegossen, gereicht wurde.

Der große Plan war Skitouren zu gehen. Warum erst Ende April? Naja, das Land hat den närdlichsten 7.000er und hat eine durchschnittliche Höhe von 1.700 Metern. Da ist man schnell mal auf 4.000 Metern und man muss immer den Schnee und die Lawinengefahr im Auge behalten. Aber auch hier hatte ich mit meinen Freunden, Bene und Fabi, die beste Wahl getroffen denn die zwei sind wirklich fit, was Ski- und Hochtouren betrifft. Das wir am Ende aber nur zweieinhalb Skitouren und eine gemischte Hochtour gemacht haben tat der Sache aber keinen Abbruch.

Mit Turkish Airlines ging es am Samstag vor zwei Wochen von Salzburg aus nach Istanbul und nach einem kurzen 6-Stunden Aufenthalt, bei dem wir uns die Zeit in der Stadt mit einem Cay und einem Fischkebap vertrieben, weiter nach Bischkek, der Hauptstadt von Kirgisistan mit seinen knapp 900.000 Einwohnern. Dort wurden wir dann von Tilek dem Dolmetscher und Vladimir, unserem russischen Fahrer, mit seinem Mitsubishi Delica abgeholt. Die Skier aufs Dach geschnallt fuhren wir die 40 Kilometer auf der nahezu einzig geteerten Straße in die Hauptstadt ins Guesthouse. Dort wurden wir mit frischen Pfannkuchen, Tee und Gebäck begrüßt, wie es dort üblich ist. Ein kurzes Nickerchen mussten wir aber trotzdem einlegen, denn wir waren noch ziemlich fertig vom Flug – dann aber ab in die Stadt.

Für mich war es absolutes Neuland. Östlicher als Ungarn war ich noch nie und habe auch noch nie ein solch armes (nur was das Geld betrifft) besucht. Obwohl die Sonne anfangs schien, habe ich noch nie eine so trostlose, graue Stadt gesehen, in der so viele abbruchreife Häuser stehen. Auch waren für eine fast Millionen-Stadt kaum Menschen unterwegs. Als dann gegen Abend ein starker Wind den Staub aufwirbelte und die Straßen in einem subtilen Dämmerlicht erscheinen ließ, war mein erster Eindruck erstmal gefestigt. Dieser änderte sich aber als ich nach zwei Wochen wieder kam, die Bäume das blühen anfingen und austrieben, und wir unter der Woche in der Stadt unterwegs waren in der sich viele fröhliche und junge Menschen umhertrieben. Soviel kann ich schon verraten. Auf der anderen Seite war ich absolut fasziniert. Es ist eine Mischung aus SciFi und alt und abrissreif, die Stadt gäbe für Filme sicherlich eine klasse Kulisse. Es sind so viele Eindrücke, die erstmal verarbeitet werden müssen…

Am nächsten Tag starteten wir auch gleich mit ein paar Einkäufen (3 Einkaufswägen voll für knapp 100 €) – das die Lebensmittel zum Großteil schon 2013 abgelaufen waren merkten wir erst später. Aber trockenen Nudeln und Wasser macht das zum Glück nichts. Und wir fuhren in Richtung Osten zum Alabel-Pass der auf 3184 Metern liegt. Etwa auf 2.700 Metern fanden wir dann endlich eine Brücke auf der wir den Fluss überqueren konnten und ein bisschen Platz für unsere Zelte hatten. Bei frischen 0 Grad gab’s dann heiße Suppe , eine Scheibe Brot und ein phänomenales Abendrot. Die Nacht war dagegen eher durchwachsen. Ständiger Lärm, von alten LKWs, die den Pass hinaufschnaubten (das ist in etwa, wie wenn man 5 Meter neben einer Autobahn sein Zelt aufschlägt) und dazu fiel das Thermometer auf -5 Grad und mein Schlafsack ist dafür einfach nicht gemacht. Genausowenig wie mein Rücken harte Isomatten mag… Aber auch daran kann man sich gewöhnen (oder, im Falle der Kälte, zumindest mit Thermounterwäsche, Primaloftjacke, Mütze, Skisocken und Decke dagegensteuern).

 

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