Sæl(l) Island – Tag 4


island-225Jetzt hatte ich mir doch glatt den Tag über einen so schönen Einstieg überlegt und, wie soll es auch anders sein, wieder vergessen. Gestern war auf jeden Fall einer dieser ganz wenigen Tage, die einen bewegen. Die in einem etwas bewegen. Sonst bin ich der Gefühlsduselei ja eher abgeneigt, aber als ich mir gestern die Bilder nochmal durchschaute, wurde mir erst klar, was ich da eigentlich gemacht, erlebt hatte. Und war tatsächlich tief ergriffen und saß mit feuchten Augen vor dem Laptop. Nun kann ich das erlebte aber langsam aufarbeiten. Das Adrenalin hält dann doch nicht ewig.

Nun, ich kam überaschenderweise zum Eisklettern. Also so richtig mit Steigeisen, Eispickel, senkrecht eine eisglatte Gletscherwand hinauf. Und auch unten in der Höhle konnte ich mein Glück kaum fassen. Andächtig stand ich in ihr, streichelte das Eis, leckte einmal kurz mit der Zunge daran und lies es auf derselbigen zergehen. Und hielt inne, weil ich das ganze erstmal auf mich wirken lassen musste.

Wie ihr ja wisst, habe ich ein paar Tage auf der Farm Dynjandi in Höfn mit Inga & Step verbracht. Ich fühlte mich wie unter Freunden, wir verbrachten außergewöhnlich viel Zeit miteinander und redet auch viel. Und so lies sich Step für den Tag etwas besonderes einfallen. Er ist mit einem Iceguide aus Höfn – Óskar (auf facebook ist er natürlich auch zu finden) befreundet und so fragte er mich, ob ich Bock hätte, in eine Eishöle unter dem Gletscher zu gehen. Was für eine Frage. Dass ich da dann auch wieder rausmussste, daran dachte ich in dem Moment noch nicht. Und so kam ich zu meiner ersten Eiskletterei. So kanns gehen…

Sonntagmorgen ging es also zum Vatnajökull, dem größten Gletscher Islands. Standesgemäß natürlich in einem SuperJeep mit V8 und Ballonbereifung damit wir auch dahin kamen, wo wir hinwollten. Über die Moränen fuhren wir bis fast an den Gletscher heran, den Rest ging es dann zu Fuß. Kurz akklimatisiert und es ging zum Einsteig. Doppelt und dreifach gesichert seilte ich mich mit 15 Kilo Fotoequipment unter das Eis.

Tja und was dort war, könnt schaut ihr Euch am besten selbst an…

Ich konnte und wollte gar nicht mehr aufhören, noch mehr Bilder zu machen aber irgendwann ist Schluss. Dann mal los in die Sicherung, die Eispickel in die Hand und auf – die ersten Schritte in die Vertikale. Huh, ich sags Euch, das ist eine wackelige Geschichte. Zum Glück waren es nur an die 20 Meter – andernfalls wäre mir auch die Kraft ausgegangen. Aber wenn man ohne Sturz oben rauskommt ist das einfach ein UNFUCKINFASSBARES Gefühl. So.

Damit auch ich wieder von meinem Adrenalinschub runtergeholt wurde, hielten wir auf dem Heimweg noch kurz an einem HotPot, dem Swimming Pool von Höfn an und ich konnte mich bei 42 Grad Wassertemperatur wieder aufwärmen – und beobachtete dabei das Badeverhalten der Höfner… Rein in den HotPot, wenns zu warm wurde, raus in das 37 Grad kalte Kinderbecken, bis man wieder auf Normalnull geeicht war und wieder zurück in den Pot. Die können das wohl stundenlang so. Ich jetzt auch!

PS: Das mit den Polarlichtern sollte wohl erstmal nichts sein – zumindest vorerst.

Kategorien:Home, Reise

1 Kommentar

  1. Wahnsinn, unfassbar coole Bilder

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: