Istanbul delight – Von Prinzen und Teegärten


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Prinzen-Insel-Besuch (oder Adalar-Inseln) stand heute auf dem Plan. Derer gibt es fünf. Wir haben aber nur Büyükada besucht und mit unsicheren Rädern unsicher gemacht. Naja, die Bremsen waren auf jeden Fall top, das braucht man da aber auch.

Vor langer Zeit wurden dort, wie der Name schon vermuten lässt, Prinzen verbannt. Danach waren sie die Sommerresidenz der jüdischen und armenischen Oberschicht. Das sieht man auch heute noch denn die Zeit ist dort stehengeblieben. Autos sind keine zugelassen (bis auf die Polizei) und überall stehen prachtvolle Holzvillen. Außerdem teilt man sich die Straße mit Pferde-Gespannen.

Wir haben uns jedenfalls für die Räder entschieden was die richtige Wahl war. 2 Stunden 2 Räder für 6,50 €, da kann man nicht meckern. Bergauf schnauften dann allerdings die Pferde an uns vorbei die wir bergab aber locker wieder überholten. Das schöne beim Radfahren ist, dass man jederzeit stehen bleiben und die Landschaft genießen kann. Die Kutscher sehen längere Pausen nicht so gerne. Außerdem sind wir so über einen kleinen, halb inoffiziellen Teegarten gestolpert. Wir fuhren zu Beginn der Rundtour schon an einem freundlichen Mann vorbei, der am Straßenrand frische Mandeln zur Erfrischung feilbot. Es hing aber auch eine Karte an der Tür, es gebe dort Cay und Ayran, quasi die türkischen Nationalgetränke. Und so sind wir auf dem Rückweg nochmal vorbei und haben uns von dessen Mutter einen guten Tee servieren lassen. Das war so urig dort: in den Einkaufswägen hinter dem kleinen Ofen das Brennholz, überall Wasserkanister und der kleine Sohn wurde von Muttern in der Schubkarre durch den Garten chauffiert. Hier konnte ich mir das ein oder andere Portrait nicht nehmen lassen.

Auf der Heimfähre dann lernten wir  zwei deutsch-türkische Pärchen aus Aachen kennen. Nun muss man wissen, dass auf den Fähren, die die Prinzen-Inseln anlaufen, von fliegenden Händlern heimgesucht werden (klar, die Crew sieht das nicht gerne, aber man nimmt es meistens einfach nicht so genau). Sie geben dann immer eine Show zum Besten, wie man mit Ihren Gerätschaften eine Zitrone auspresst. Das Ding hat dann obendrein einen eingebautem Verschluss, so dass die Zitrone lange hält. Oder ein Gemüsehobelhändler bespaßt die Mitfahrenden mit seiner Schäl-Kunst. Ob es sich nun um Auberginen handelt, die man hauchfein schneiden kann, eine Gurke, die nach der „Behandlung“ wie eine Banane aussieht oder wie man schnellstmöglich eine Karotte in der Hand raspelt. Das Ding kann scheinbar alles. Und das nur für 10 TL. Das muss man haben! (Den Zitronenauspresser mit Käppchen gabs sogar schon für 1 TL, allerdings kann der auch nur Zitronen entsaften).

Das dachte sich auch einer der Vieren. Und so rief er sich den Händler und erweiterte sein Küchenequipment erst auf der Hinfahrt (jaja, da hat er sich schon die Zitronenpresse gegönnt) und lies sich dann auf dem Heimweg so von dem Schäl-Wundergerät beeindrucken, dass auch das in die Tüte musste :)

Zeitlich hatten wir es übrigens perfekt getimed und liefen bei untergehender Sonne in Kabatas ein, was mir ein paar herrliche Gegenlichtaufnahmen ermöglichte. Allerdings, was da so romantisch und weich auf den Bildern rüberkommt ist astreiner Smog.

A propos Timing: die letzte Woche vor April hat sich als hervorragend rausgestellt. Perfekte Temperaturen zwischen 18 & 25 Grad. Kein Frieren, kein Schwitzen.

PS: den anderen Post habe ich jetzt nochmal um die Namen der Restaurants und einem Link in Google-Maps erweitert.

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