Die ewige Diskussion: UV-Filter ja oder nein


Ich habe schon viel darüber gelesen und noch mehr darüber nachgedacht. Warum einen UV-Filter. Den eigentlichen Nutzen hat er ja schon verloren, nämlich das UV-Licht rauszufiltern. Den haben fast alle SLRs inzwischen schon eingebaut. Daher mal ein paar Punkte, wofür er gut oder schlecht sein könnte:

Pro:

– Schützt das Objektivglas vor Dreck, Wasser und Fetttapsern

– Schützt das Objektiv an sich, da es beim runterfallen zumindest ein bisschen Fallenergie aufnehmen kann und sich dann im schlimmsten Fall verbiegt (ist mir schon passiert und ich glaube, das hat mein Objektiv vor größeren Schäden bewahrt)

Contra:

– Verschlechtert die Bildqualität an sich (bei einem Weitwinkel stärker, bei einem Tele dürfte das kaum auffallen)

– Sehr anfällig für Gegen- und Streulicht

– Kostet halt für jedes Objektiv extra

Eigentlich habe ich diese unsichtbaren Extras immer aufs Objektiv geschraubt, da ich sehr viel draußen und gerne auch mal im Regen unterwegs bin. Ich hatte jetzt aber schon mehrmals die Situation, dass mit der Filter kleine UFOs ins Bild „gezaubert“ hat. Und die wieder rauszuretuschieren ist einfach ein Riesenaufwand. Oder man sieht es dann meistens doch…

Hier habe ich mal zwei Beispielbilder anghängt, wo man es sehr deutlich sieht. Das linke ist ohne das rechte mit UV-Filter.

Das ist mir auch schon passiert, als ich ein Konzert bei Kerzenlicht fotografieren durfte. Da hat man von den Kerzen immer noch einen grünen Zwilling mit auf dem Bild. Schaut nicht gut aus…

Was ich jetzt mit der Bildverschlechterung bei den Weitwinkel-Objektive meine, zeigt sich besser bei einem anderen Filterbild. Hier habe ich einen ND 3.0 Graufilter aufgeschraubt. Man sieht dort eine ganz deutliche Vignettierung (Randabschattung), die weder vom Objektiv, noch vom Filterring oder einer Nachbearbeitung herrühren sondern daher, dass das Licht, das bei einem WW-Objektiv in einem sehr schrägen Winkel ins Objektiv geht, einfach quer durch das Filterglas muss.

Es geht also nicht einfach im 90 Grad-Winkel senkrecht rein sondern vielleicht mit 20° und wird so stärker abgedunkelt. Daher tritt der Effekt auch nur bei weitwinkligen und nicht bei Tele-Objektiven auf.

Natürlich hält sich die Verschlechterung in Grenzen aber ich wollte das mal loswerden ;)

Um zum Ergebnis zu kommen: Wenn ich drinnen arbeite oder es mir auf maximale Qualität ankommt, arbeite ich lieber ohne Filter. Ansonsten habe ich auf allen Objektiven einen Hoya Pro1 Digital (der ist preislich echt ok, multi-coated, slim und der Objektivdeckel klemmt sich vorne auch noch mit rein) in der entsprechenden Größe drauf. Machs mit!

Wie handhabt ihr das? Ich lerne ja nie aus… :)

Kategorien:Techniken

3 comments

  1. Kein Filter und stattdessen lieber das Geld in eine Streulichtblende investiert.

    Contra:
    – Kostet für jedes Objektiv extra (zumindest bei Canon)

    Pro:
    – Schützt meist auch vor Fetttapsern, gelegentlich auch Dreck und Wasser, sofern es aus dem richtigen Winkel kommt ;)
    – Schützt das Objektiv an sich, da zuerst mal die große Blende brechen muss, bis das Objektiv irgendwo aneckt (ist mir schon passiert (das anecken, nicht das brechen) und ich glaube, das hat mein Objektiv vor größeren Schäden bewahrt)
    – Bringt statt Problemen echte Vorteile bei Streu-, Seiten- und Gegenlicht

    Des Weiteren versuche ich mir auch dieses (teilweise) krampfhafte „meine Ausrüstung ist heilig und darf keine Kratzer bekommen“ abzugewöhnen und das Equipment als Arbeitsmittel und Gebrauchsgegenstand zu sehen. Und wenns mal feucht oder dreckig wird, dann entschädigen einen hoffentlich die dabei entstandenen Bilder hinterher. Ist allerdings nicht zu verwechseln mit einem leichtsinnigen Umgang. Ich kann es auch gut verstehen, wenn jemand sein teuer erworbenes Gut schützen will, und da ist ein UV-Filter irgendwo auch eine günstige Möglichkeit.
    Da ich draussen aber auch gerne mal einen Polfilter dranschraube wäre mir das ständige Gefummel, zuerst den Slim-Filter runterzubekommen, dann den Polfilter draufzuschrauben und vice versa, zu viel ;)

  2. Jup, aber die GeLi ist bei meinen Objektiven eigentlich schon immer mit dabei :D
    Mhh und die Überlegungen, die du da anstellst sind durchaus berechtigt :) Von der Seite her hab ich es noch gar nicht gesehen.
    Und Du hast vollkommen recht, das Equipment ist zum arbeiten und zum benutzen da. Aber trotzdem hat man da leicht mal ein paar tausend Euro in der Hand, daran muss man sich erstmal gewöhnen…

  3. Kann mich Thomas nur anschließen. In meinem Blog habe ich dazu auch einen kurzen Artikel gepostet. Ich verwende im Prinzip keine UV-Filter, Filter generell sind nicht so mein Ding, abgesehen vom Grauverlaufsfilter. Der ist nunmal praktisch. ;-)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: